6. Marburger Suppenfest

Marburger Suppenfest verbindet Kulturen – 600 Besucher genießen internationales und familiäres Flair.

Hier gibt es alle Rezepte des 6. Suppenfestes zum Download.

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr: Wer alle Suppen probieren möchte, sollte sich rechtzeitig auf dem Weg zum Internationalen Marburger Suppenfest machen. So groß ist jedes Jahr der Ansturm. Schon vor der Eröffnung im ökumenischen Gemeindezentrum der Thomaskirche am Richtsberg bildeten sich lange Warteschlagen. Die Besucher nahmen es gelassen und genossen bereits auf dem Vorplatz die Siegersuppe des letzten Jahres von Manal Atalla, welche von ehrenamtlichen Köchen der Marburger Altenhilfe Stiftung St. Jakob nachgekocht wurde. Ebenfalls auf dem Hof entstand unter Anleitung von Nicole Kapaun, welche die Schulgärten der Theodor-Heuss-Schule und Elisabethschule betreut, eine syrische Gemüsesuppe. „Hier konnten alle mitmachen. Kinder, Eltern und Besucher teilten sich das Abenteuer auf Holzöfen zu kochen“, freute sich die Pädagogin.

Im Gemeindezentrum warteten auf über 600 Besucher Suppen aus aller Welt. Insgesamt wurden 27 verschiedene Köstlichkeiten angeboten, darunter Goldene Joich’ aus der traditionellen jüdischen Küche, Feierdoogssobbe und Apfelcremesuppe mit Curry aus Deutschland, Harira aus Marokko und rote Linsensuppe aus Afghanistan. An jedem Tisch lagen Informationen zur jeweiligen Suppe aus. „Die Köche bieten hier nicht nur ihre Suppen an. Sie wollen den Gästen auch einen wichtigen Teil ihrer Heimatkultur näher bringen“, erklärte Helga Pukall, eine der Organisatorinnen. Das Konzept ging auch diesmal wieder auf. Schnell kamen Köche und Besucher ins Gespräch, wobei viele Besucher auch das große Angebot an vegetarischen und veganen Suppen lobten.

Das große Interesse auch an diesem 6. Marburger Suppenfest beweist, dass es aus dem städtischen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Die kulinarische Veranstaltung steht auf eindrucksvolle Weise dafür, dass Essen nicht nur Leib und Seele zusammenhält, sondern auch Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft verbindet. Für diese integrative Idee wurde der Veranstalter Netzwerk Richtsberg e.V. mit einer Anerkennung beim bundesweiten Wettbewerb „Preis Soziale Stadt 2010“ ausgezeichnet, die im Januar 2011 in Berlin verliehen wurde.

„Mich fasziniert besonders die familiäre Atmosphäre des Suppenfestes. Es ist beinahe so, als sei man zu Gast an den Herdfeuern der Familien“, sagte Pukall. Diesen Rahmen nutzten auch Serap Aydin, Marvin Naumann und Franziska Winterstein aus der Koch-AG der Landgräfin Elisabethschule in Stadtallendorf und die Projektleiterin Brigitte Scholz. „Viele Kinder kennen Suppen nur noch aus der Tüte. Wir haben für das Suppenfest, mit viel Spaß, drei Lieblingssuppen der Kinder kombiniert. So bieten wir heute unsere bunte Gemüse-Nudel- Hühner-Suppe an“, sagte Scholz. Stolz zeigten die Schüler Möhrenscheiben in der Suppe, die sie zu kleinen Blümchen geschnitzt hatten.

Wie jedes Jahr wählten die Besucher ihre Lieblingssuppe. Die Kinder wählten die hessische Kartoffel-Lauchcreme von Annelie Vollgraf zum Sieger. Die erwachsenen Gäste erklärten Said Shahtouts griechisch-palästinensische Pilz-Reissuppe zu ihrem Favoriten. Auch eine Fachjury mit Rita Vaupel (Schirmherrin des Suppenfestes und Vorsitzende der Marburger Tafel e.V.), Ulrich Kling-Böhm (Pfarrer der Thomaskirche), Thomas-Dieter Heck (Vereinigung der Köche Marburg e.V.), Erich Schumacher (Freier Journalist und Vertreter der Presse), Barbara Steiger und Raphaela Armbrust (Slow Food Mittelhessen) hatte die angebotenen Köstlichkeiten zu bewerten. „So eng war es noch nie!“ sagte Pfarrer Kling-Böhm bei der Preisverleihung. Der Verein Jugendrotkreuz Marburg erhielt mit seiner Pastinakensuppe den ersten Preis, dicht gefolgt von Mohammed Fattahs libanesischer Erbsensuppe und Elke Terre-Stahls Grüner Suppe aus Teneriffa. Den Wanderpokal für die Gastronomie erhielt der Verein Mobilo Gastro mit seiner „Fischsuppe à la Spiegelslust“.

Für weitere Informationen stehen Ihnen die Bürgerinitiative für Soziale Fragen (BSF) e.V. unter 06421 – 44122 und Helga Pukall unter 06421-481359 gerne zur Verfügung.